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Ausstellung zum 20-jährigen Bestehen der Radfahrgalerie Burgdorf

Ausstellung im Stadtmuseum zum 20-jährigen Bestehen der Radfahrgalerie Burgdorf:
„VELOMANIA“ zeigt Sonderkonstruktionen, Designfahrräder und Kuriositäten

Vom Pfingstsonntag, 5. Juni, bis Sonntag, 31. Juli, ist eine neue Ausstellung der Radfahrgalerie Burgdorf zu ihrem 20-jährigen Bestehen im Stadtmuseum (Schmiedestraße 6) zu sehen. Sie trägt den Titel "VELOMANIA — Sonderkonstruktionen, Designfahrräder und Kuriositäten". Dabei stehen besondere historische und technisch ausgefallene Fahrräder aus verschiedenen Ländern im Mittelpunkt. Gastgeber sind der VVV, der Förderverein Stadtmuseum und die Stadt Burgdorf. Fördernde Unterstützung kommt von der Hannoverschen Volksbank und der Region Hannover. Die Zusammenstellung übernahmen Gerhard Rickert und Walter Euhus von der Radfahrgalerie, die den Museumsbesuchern eine vielfältige Palette ungewöhnlicher Fahrräder zum Bestaunen und Bewundern präsentieren. Zahlreiche Leihgaben stammen vom Deutschen Fahrradmuseum in Bad Brückenau. Das Stadtmuseum ist sonntags von 14.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Gruppen, die eine Führung innerhalb der Woche vereinbaren möchten, wenden sich an die VVV-Geschäftsstelle, Tel. 05136 – 1862.

Beim Gang durch die Schau begegnet den Besuchern unter anderem ein Dursley-Pedersen-Fahrrad in einer extrem seltenen Damenausführung. Das von dem Dänen Mikael Pedersen 1890 erfundene und später in seinem Wohnort Dursley in zahlreichen Ausführungen gebaute Fahrradmodell unterscheidet sich von anderen Rädern durch seinen Hängemattensitz. Dieser ist an einem Rahmen, der nur aus Dreiecken besteht, befestigt, so dass er schwingen kann. Ein weiteres sehenswertes Zweirad stammt aus Frankreich von dem Entwickler Charles Terrot ebenfalls aus der Zeit um 1890 und fällt durch eine Zahnkette und Notbereifung auf. Fahrräder dieses Herstellers lösten damals einen regelrechten Kaufboom aus.

Im Jahr 2000 stellte der mittlerweile verstorbene Schweinfurter Diplom-Ingenieur Hermann Popp, der als Fahrradvisionär galt, seinen „City Tourer“ vor, den die Museumsbesucher als ein Fahrrad zum Einsteigen statt zum Besteigen erleben, bei dem der Rahmen auf Oberschenkelhöhe rechts am Fahrer vorbeiführt. Aus der umfangreichen Palette innovativer Fahrradkonstruktionen aus drei Jahrhunderten sind weiter repräsentativ zu nennen ein Liegerad aus den 1950er Jahren, Kinderrad mit Ruderantrieb, Rennrad-Prototyp mit Linearantrieb, vollgefedertes Fahrrad mit Zentralrohrrahmen und ein Fahrrad mit zwei gefederten Vorderrädern.

Die Radfahrgalerie Burgdorf

Der Fahrradsammler Walter Euhus übergab 2002 seine bedeutende private Zweiradsammlung als Dauerleihgabe der Stadt Burgdorf. 2013 übernahm der Förderverein Stadtmuseum Burgdorf die Hauptbestandteile der Sammlung als variable Dauerausstellung für das Stadtmuseum und die KulturWerkStadt in Burgdorf. Ein Arbeitskreis des Burgdorfer Verkehrs- und Verschönerungs-Vereins (VVV) unter der Leitung von Gerhard Rickert betreut die Sammlung. Sie zeigt die wichtigsten Stationen der gesamten Fahrradgeschichte. Dazu kommen Sonderkonstruktionen, Designfahrräder, Kinderräder und viele Dinge rund ums Rad wie Ersatzteile, Zubehör, Fahrradwerbung, Fahrradmodelle, Spielzeug, Gebrauchsgegenstände mit Fahrradmotiven, Darstellungen über das Fahrrad in der Kunst und Einblicke in die Geschichte des Radsportes. Regelmäßige Ausstellungen im Stadtmuseum und in der KulturWerkStadt gewähren Fahrradfans aus der ganzen Region und darüber hinaus einen Einblick in das umfangreiche, stetig wachsende Reservoir erhaltenswerter Fahrradkonstruktionen seit der Erfindung des ersten Zweirads in Form der 1817 von Karl Drais von Sauerbronn erfundenen lenkbaren und mit zwei Rädern ausgestatteten Laufmaschine.